Vom Blech zum Blatt

Ein Beitrag von Tobias Flotow (Werklehrer der Freien Waldorfschule Everswinkel)

Neuntklässler:innen gestalten Kupferkunst

Einige Schülerinnen der 9. ­Klasse haben im Werkunterricht ein besonderes Projekt umgesetzt: Aus einem einfachen Stück Kupferblech fertigten sie filigrane Blätter mit plastischer Struktur.

Der erste Arbeitsschritt bestand darin, das Blech mittig zu falten und die Knickstelle sorgfältig planzuhämmern. Anschließend wurde das Metall mithilfe eines Meißels wieder entfaltet – dabei blieb die zuvor gefaltete Kante als charakteristische Erhebung erhalten. Da sich das Kupfer durch das Hämmern zunehmend verhärtet, musste es zwischendurch immer wieder mit einem Gasbrenner weichgeglüht werden, um weiter bearbeitet werden zu können. Nachdem die gewünschte Blattform aufgezeichnet war, erfolgte das grobe Zuschneiden mit einer Hebelblechschere. Danach wurden die Kanten gefeilt, geschliffen und für den nächsten Schritt vorbereitet: das Treiben. Mit Treibhämmern formten die Schüler das Blech auf hölzernen Treibklötzen sowie auf einer Ambossfaust mit abgerundeter Bahn, bis eine natürliche, lebendige Blattform entstand.

Zum Abschluss konnten feine Strukturen wie Blattadern oder Oberflächenmuster mit Punzen eingearbeitet werden, bevor das Werkstück durch Schleifen und Polieren seinen endgültigen Glanz erhielt. Dieses Projekt bot nicht nur eine intensive handwerkliche Erfahrung, sondern auch ein beeindruckendes Ergebnis: Jedes Blatt wurde zu einem individuellen Kunstwerk mit einzigartiger Form und Struktur.

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