nur anregen – nicht alles selbst machen
Ein Beitrag von Silke Hoffmann
Als Einstieg in die erste Geografie-Epoche der 5. Klasse bieten sich verschiedene Landschaftsformen an – etwa das Tal, die Ebene, der Berg, der Wald oder die Küste.
Der erste Impuls kommt von der Lehrkraft: Eine kurze, stimmungsvolle Beschreibung aus eigenem Erleben soll die Schüler:innen gefühlsmäßig in die Landschaft hineinführen. Hier besteht oft die Gefahr, zu viel vorzubereiten und zu detailliert zu erzählen. Doch genau das kann kontraproduktiv sein, da es eher zur Passivität erzieht. Wichtiger ist es, lediglich anzuregen. Der entscheidende Punkt ist: Wann richtet sich die Aufmerksamkeit der Schüler:innen aktiv auf das Thema? Sobald dieser Moment erreicht ist, sollte man innehalten, statt weiter in der eigenen Erzählung zu schwelgen. An diesem Punkt ist die aktive Phase der Lehrkraft abgeschlossen.
Die Einführung kann ganz einfach gestaltet sein:
"Heute möchte ich euch an einen besonderen Ort mitnehmen. Stellt euch vor, wir wandern einen schmalen Pfad entlang, der sich durch eine saftig grüne Wiese schlängelt. Das Gras ist noch von feuchtem Tau bedeckt, denn es ist früh am Morgen. Rechts und links ragen hohe Berge empor. Ihre schemenhaften Kämme verdecken die Sonne, die längst aufgegangen ist – doch für uns, die wir tief unten im Tal laufen, bleibt sie noch verborgen …"
Anschließend können die Schüler:innen gefragt werden, ob sie schon einmal an einem ähnlichen Ort gewesen sind. Sicherlich werden nun viele persönliche Berichte folgen. Dann geht es um die Empfindungen: Wie fühlt man sich an einem solchen Ort?
Mit der Überschrift Das Tal werden die genannten Gefühle als Stichpunkte in einer Mindmap an die Tafel geschrieben. Abschließend erhalten die Schüler:innen die Aufgabe, einen eigenen Text zu verfassen, in dem sie möglichst viele der gesammelten Stichpunkte einbinden.
So entstehen ganz individuelle kleine Landschaftsgeschichten – und das Hauptziel ist erreicht: Die Kinder verbinden sich nicht nur gedanklich, sondern auch gefühlsmäßig mit der Landschaft.